Der Deutschschweizer China-Blog

9 Dinge, die die Schweiz mit China verbinden

Die Verbindung zwischen der Schweiz und China wird täglich stärker. Es wird für die Schweizer immer wichtiger, sich mit China zu befassen – dem Land, mit dem wir immer mehr direkt oder indirekt zu tun haben.

Für viele Schweizer ist China immer noch ein weit entferntes Land mit sieben Siegeln – doch die Beziehungen zwischen der Schweiz und China nehmen immer mehr an Fahrt auf.

Vor Kurzem wurden einige Schweizer Firmen, wie z.B. Syngenta oder Swissport, von Chinesischen Firmen aufgekauft – umgekehrt ist die kleine Schweiz schon seit vielen Jahren einer der grössten Investoren in China. Für viele Schweizer Firmen ist der chinesische Markt zum wichtigsten weltweit geworden.

Auch kulturell ist einiges am laufen. Berühmte Schweizer Künstler wie Peter Marvey oder Ohne Rolf haben bereits viele Male das chinesische Publikum begeistert.

Wir möchten uns heute ebenfalls mit der kulturellen Seite Chinas befassen und haben festgestellt, dass es viele Dinge gibt, die China mit uns verbinden, und haben diese neun Dinge ausgewählt:

8china | Carli Beeli | 10. März 2016


1. Wir verehren beide die Berge
Ob Matterhorn oder Jungfraujoch, ob Titlis oder Rigi: die Chinesen möchten unbedingt auf unsere Berge, weil sie in China die Berge schon seit Jahrtausenden verehren. Der meistverehrte Berg Chinas ist der Huang Shan (Huang = Gelb, Shan = Berg). Daneben gibt es die fünf heiligen Berge des Taoismus und die vier heiligen Berge des Buddhismus.
2. Wir essen beide gerne Fondue Chinoise
Für einmal waren's nicht wir Schweizer, die es erfunden haben. Das Fondue Chinoise stammt, wie der Name schon sagt, ursprünglich aus China, und wird dort ebenfalls gerne bei Zusammenkünften von Freunden und Familie gegessen. Es gibt dort ebenfalls Unmengen von verschiedenen Saucen, um die frisch gekochten Leckereien darin zu tunken. Vielfach ist der Topf in zwei Bereiche aufgeteilt: der eine mit einer scharfen, der andere mit einer nicht-scharfen Brühe. In den Huoguo (Huoguo = Heisser Topf) werden Fleisch, Fisch, Tofu, Pilze und Gemüse hineingegeben. Die Grundsauce besteht meist grösstenteils aus Erdnüssen. Lustigerweise heisst die bekannteste Restaurantkette für Huoguo Haidilao, hat aber nichts mit unserem Heidi zu tun.
3. Die Armbrust
Das Qualitätssiegel der Schweiz und die favorisierte Waffe von Wilhelm Tell wurde wohl ursprünglich in China erfunden. Die Herstellung der Armbrust, vor allem des Abzugmechanismus, galt lange Zeit als streng gehütetes Militärgeheimnis. In Sun Tzu's Die Kunst des Krieges gibt es Beschreibungen zum Gebrauch der Armbrust und Strategien dazu. Sun Tzu war ein chinesicher General, der um ca. 500 v. Chr. lebte. Er war ein brillanter Militärstratege, doch sein Grundsatz war es den Krieg nach Möglichkeit zu vermeiden, da er den Staat und das Volk ruiniert.
4. Wir legen beide hohen Wert auf Bildung
Das Erfolgsrezept der Schweiz ist unter anderem der hohe Stellenwert der Bildung – dasselbe gilt für China. Für viele chinesische Eltern ist die Bildung der Kinder äusserst wichtig. Neben der obligatorischen Schulbildung wird nach der Schule oft noch Privatunterricht genommen. Einige Privatlehrer haben es inzwischen zum Ansehen von Rockstars gebracht. Immer mehr chinesische Eltern zahlen viel Geld um ihre Kinder in der Schweiz auszubilden zu lassen.

Die Bildung hat in China eine lange Tradition. Über hunderte von Jahren hat sich in den Kaiserreichen Chinas ein meritokratisches System für die Staatsangestellten als stabilstes und effektivstes System herauskristallisiert (Bild). Auch heute noch werden in China die Staatsangestellten aufgrund von Leistung und Erfahrung gewählt – und nicht nach ihren finanziellen Mitteln. Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping musste sich beispielsweise in über dreissig verschiedenen Ämtern beweisen, um vom Studentenanführer bis zum Präsidenten aufzusteigen.

5. Wir feiern beide Frühlingsfeste
Während wir in der Schweiz das Frühlingsfest z.B. als Luzerner- oder Basler-Fasnacht kennen, ist dies in China das chinesische Neujahrsfest. Das chinesische Neujahrsfest, welches auch als Chinesisches Frühlingsfest bezeichnet wird, ist das wichtigste Fest in China. Wie bei uns an Weihnachten ist dies ein Fest der jährlichen Familienzusammenkunft. Während dieser Zeit haben die Chinesen einige Feiertage, an denen Millionen von Wanderarbeitern in China in ihre Heimatorte zu ihren Familien reisen. Viele Chinesen nutzen diese Feiertage inzwischen auch für Ferienausflüge nach Europa und in andere Regionen. Das Chinesische Frühlingsfest richtet sich nach dem Mondkalender – wie bei uns die Fasnacht. Oftmals finden beide Feste sogar gleichzeitig statt.
6. Wir lassen an unseren Festen Feuerwerk krachen
In der Schweiz wird Feuerwerk traditionell mit dem 1. August, dem Schweizer Nationalfeiertag, in Verbindung gebracht. Feuerwerk gab es natürlich nicht immer in der Schweiz. Als Uri, Schwyz und Unterwalden den Eid schwörten, waren Feuerwerke wohl eher als Belagerungswaffe der Mongolen bekannt. Die Mongolen, die traditionell ein Reitervolk waren, haben die Belagerungswaffentechnik von den Chinesen übernommen. In China wurde das Schwarzpulver erfunden, das unter anderem zum Antrieb der Feuerwerksraketen benutzt wird. In China wird Feuerwerk traditionell am chinesischen Neujahrsfest benutzt. Früher glaubten die Chinesen, dass der Knall und das Licht des Feuerwerks böse Geister vertreibt, um so optimal in das neue Jahr zu starten. Wer gerne Feuerwerk sieht, der sollte unbedingt mal wärend dem Chinesischen Neujahr nach China reisen. Es ist schier unglaublich, wie viel Feuerwerk dort abgebrannt wird.
7. Unsere Jugend spielt Counter Strike und World of Warcraft
Wie in der Schweiz interessieren sich die Jugendlichen auch in China für Computerspiele. In China erfreuen sich vor allem die Computerspiele (und weniger die Konsolenspiele) einer hohen Verbreitung. Das liegt daran, dass in China bis vor Kurzem Spielekonsolen verboten waren, weil sie angeblich schädlich für die Jugend sein sollen. Computer könne man hingegen für positive Dinge benutzen, nicht nur zum Spielen. Inzwischen sind Spielekonsolen jedoch erlaubt, und man hat wohl inzwischen auch gemerkt, dass Spiele auch positive Effekte haben. Das bekannteste Spiel in China ist wahrscheinlich Counter Strike (in China als «CS» bekannt), und es ist wohl auch kein Zufall, dass eines der World of Warcraft-Expansionsets Mists of Pandaria heisst.
8. Briefmarkensammeln hat eine grosse Tradition
Was in der Schweiz bereits als etwas verstaubt gilt, ist in China immer noch hochaktuell. Viele mögen sich noch an die Zeiten erinnern, als man das Altpapier nach schönen Briefmarken durchsuchte, und man diese anschliessend im Wasser ablöste. Heutzutage ist das Briefmarkensammeln in der Schweiz leider nicht mehr so aktuell, und man kann ganze Sammel-Schätze bei Ricardo für wenig Geld ersteigern. Komischerweise kann man auf Ricardo ebenfalls alte chinesische Marken finden. So wurde z.B. die rote Neujahrs-Affenmarke vor Kurzem auf Ricardo für über 1200 Fr. verkauft! Die chinesischen Neujahrsmarken, die das Tierzeichen des neuen Jahres zeigen, sind in China berühmt und sind jedes Jahr schon nach kürzester Zeit ausverkauft. Vielleicht schwappt das Interesse für's Briefmarkensammeln ja wieder von China in die Schweiz zurück. Einige Chinesen haben jedenfalls bereits die Schönheit der Schweizer Marken entdeckt.

Die rote Neujahrs-Affenmarke wurde am 15. Februar 1980 herausgegeben. Ursprünglich hatte die Marke einen Wert von 8 fen (ca. 1 Rappen). Heute verkauft sich die Marke für über 1000 Fr.

9. Die Seidenstrasse

Für viele Schweizer mag die Seidenstrasse sowohl zeitlich als auch geographisch weit entfernt sein. Doch der europäische Endpunkt der Seidenstrasse war früher Venedig, das gar nicht mal so weit von der Schweiz entfernt ist. Interessanterweise haben Venedig und Nanjing, die frühere Hauptstadt Chinas am Anfang der Ming-Dynastie, ein sehr ähnliches Städtesymbol, nämlich einen geflügelten Löwen. Die Herstellung der Seide, welche früher in China ein streng gehütetes Geheimnis war, hat es über die Seidenstrasse bis nach Basel geschafft, wo diverse Seidenfabrikanten ihre Manufakturen aufbauten. Der Handel der Seidenstrasse brachte allen verbundenen Ländern Wohlstand und Wissen. Das beste Beispiel dafür ist Venedig.

Heute leben wir in einer epochalen Zeit. Die Seidenstrasse soll, unter dem vom chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping vorgestellten Projekt, One Belt, One Road wieder ins Leben gerufen werden und zurück zu alter Blüte finden. Nach dem chinesischen «Win-Win»-Motto soll die neue Seidenstrasse allen verbundenen Ländern nachhaltige positive wirtschaftliche Impulse verleihen. Hochgeschwindigkeitszüge, Waren, Kapital, Energie und vieles mehr soll sich in Zukunft zwischen Asien und Europa bewegen. Züge sollen von Xi'an bis nach Venedig fahren, und wenn wir uns das recht überlegen, könnte die Schweiz auch Teil davon sein, wenn die Züge von Deutschland nach Italien durch den Gotthardtunnel fahren. Die neue Seidenstrasse kommt bald – und die Schweiz könnte mit etwas Glück direkt daran angeschlossen sein!


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